Exkursion - 2010

Nehrungen der südlichen Ostseeküste
 
 


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Südliche Ostseeküste

zwischen Litauen (Lithuania) und Polen (Poland) mit ihrer Frischen- und ihrer Kurischen Nehrung

Exkursionsziele:

Frische Nehrung: Feldstation Neutief (russ.: Kosa) bei Pillau (Baltijsk) Lage: 54° 38,4`N, 19° 53,8`E

Kurische Nehrung: Vogelwarte Rossitten (russ.: Rybatschij/Rybachy)
Lage: 55° 09,3` N, 20° 51,9` E
 
 

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Nehrungen der südlichen Ostseeküste

Frische- und Kurische Nehrung

14.08. - 30.08. 2010



















Gebiet:     Königsberger Gebiet (russ.: Kaliningrad Oblast)

Land:        Russland (russ.: Russia)      Albertina Universität zu Königsberg     Institut für Ozeanologie zu KönigsbergVogelwarte Rossitten

Frische Nehrung:

Beschreibung der Landschaft:

Neben der Samländischen Ostseeküste gehören auch die Kurische- und die Frische Nehrung mit ihren Haffen zum ehemaligen Nord-Ostpreußen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war auch die Frische Nehrung von offenen Wanderdünen bedeckt, die ganze Dörfer unter sich begruben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts  begann man mit der Aufforstung. Nur östlich von Narmeln, etwa auf der Hälfte der 57 km langen und 1 bis 3 km breiten Nehrung zwischen Danzig (poln.: Gdansk) und Pillau (russ.: Baltijsk) liess man eine offene Wanderdüne bestehen, die heute aber ebenfalls bedeckt ist. Hier beginnt das Gebiet, das seit 65 Jahren Sperrgebiet ist (auch heute benötigt man noch zwei Sondergenehmigungen) und das sich daher zu einem wissenschaftlich aussergewöhnlich interessanten Reservat entwickeln konnte. Das Spektakuläre, das der Küste des Samlandes auch den Namen Bernsteinküste (Samländisches Gold) gab, findet sich hier noch unübersehbar.

Während Du träumtest, schloß tropfendes Harz dich ein,
wurde kristallener Sarg und funkelnder Stein.
Unversehrt dauern wirst Du, der Urzeit Kind,
wenn wir schon alle spurlos vergangen sind.

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Kurische Nehrung:

Beschreibung der Landschaft:

Von der Zeitgeschichte fast vergessen, blieb im ehemaligen Nord-Ostpreußen eine der zauberhaftesten Landschaften Europas erhalten - die Kurische Nehrung.  Memelstrom (litauisch: Nemunas) und Ostsee schufen vor 8.000 Jahren diese Landbrücke zwischen Ostsee und Haff. Über rund 100 km Länge mit  maximal 4 km Breite erstreckt sie sich zwischen Memel (litauisch: Klaipeda) im Norden und Cranz (russisch: Selenogradsk) im Süden. Sie wird gekennzeichnet von riesigen, bis zu 70 m hohen Wanderdünen - einzige Wüstenlandschaft West- und Mitteleuropas. Die Nehrung stellt die Leitlinie des Vogelzuges dar.

"Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, daß man sie eigentlich ebensogut als Spanien und Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll"

Wilhelm v. Humboldt (1809)
Philosophie der Exkursion:
Anläßlich des Jubiläums der ersten Vogelwarte der Welt in Rossitten (1372 urkundlich erwähnt)  auf der Kurischen Nehrung, deren Gründung durch den deutschen Ornithologen und Theologen Prof. Johannes Thienemann (12.11.1863 - 12.4.1938) am 1. Juni 1901 erfolgte, begannen wir 2001 mit regelmäßigen wissenschaftlichen Exkursionen auf die Frische- und die Kurische Nehrung.

Die Exkursionen bieten ein breites Spektrum an landschaftlichen Eindrücken und vielfältige Möglichkeiten, wissenschaftliche Tätigkeiten zu erlernen oder auch zu vervollkommnen. Die Studentin bzw. der Student kann die Exkursion benutzen, um entsprechend den Neigungen sich für eine spätere fachliche Ausrichtung zu entscheiden bzw. wird unterstützt bei der Wahl eines Themas für eine Bachelor- oder Masterarbeit.

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Beschreibung des Fachprogrammes:

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Teilnehmer:

StudentInnen der Universitäten Deutschlands, vorzugsweise nach dem zweiten Semester, Anzahl vorzugsweise zehn TeilnehmerInnen.

Anmeldung:

Die Anmeldung zur Exkursion sollte bis zum Montag, dem 19. April 2010 erfolgen. Um den Organisationsaufwand und die Kosten möglichst niedrig zu halten, sind die Meldungen mit kurzer Selbstdarstellung vorzugsweise über E-mail einzureichen.

Vorbesprechungen:

Die 1. Vorbesprechung ist für Mittwoch, den 28. April 2010 im Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock, Albert Einstein Strasse 3, Raum 039 um 16 Uhr s.t. geplant. Dieser 1. Termin wird  für die Information und Themenausgabe genutzt.

Die 2. Vorbesprechung ist für Freitag, den 30. Juni 2010 ebenfalls im Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock, Albert Einstein Strasse 3, Raum 039 um 16 Uhr s.t. geplant. Zu diesem 2. Termin sind der Visumsantrag (Das Formular dazu finden Sie unter:http://www.russische-botschaft.de/ ), die Auslandskrankenversicherung  (Beachten Sie bitte, dass nur bestimmte Versicherungen von der Russischen Förderation zugelassen sind. Informationen dazu finden Sie unter: http://www.russische-botschaft.de/ ) und der Reisepass (Beachten Sie bitte, dass der Pass mindestens eine Gültigkeit von 3 Monaten über das Ende der Reise ausweist. Informationen dazu finden Sie unter: http://www.russische-botschaft.de/) mitzubringen.

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Meldungen und Informationen über:

 

Dr. Henning Baudler 
Biologische Station Zingst 
 
18374 Ostseeheilbad Zingst / Mühlenstraße 27
 
Tel.: 038232-891024
 
Fax: 038232-891022 
 
 


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Frische Nehrung:
Projekt im  zukünftigen Europa: Nationalpark Frische Nehrung Unbefestigte Wanderdüne"Tote Düne"

 

Vordüne zur Ostsee

Historische Wanderdüne zum Haff (26 m)

Die "Tote Düne" (August 1933 unbefestigt) zwischen Grenzhaus und Scheitschhaken


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Leuchtturm zu Pillau

Feldstation in Neutief

Beweidung in Neutief

Ruine des Forsthauses Großer Bruch

Schwedisches Fort von Gustav Adolf

   
KRUSENSTERN (RUS) ex PADUA (D)
 
   
Die PADUA - (Kiellegung: 24. Juni 1925 Bremerhaven, aufgeriggt: Blohm & Voß in Hamburg, in Dienst: 23. Juni 1926, Reederei: F. Laeisz) ist die letzte frachtfahrende (Salpeter aus Chile, Weizen aus Australien) Viermastbark (P - Liner) - auf Reede vor Pillau.

PADUA: Segelfläche: 3.400 qm, Länge: 114,5 m, Breite: 14,05 m, Tiefgang: 6,80 m, Großmast über Deck: 54 m.

PADUA - Filmdrehort für : "Große Freiheit Nr. 7"mit Hans Albers


Bernstein
Ein erstarrtes fossiles Harz eozäner Nadelbäume, zuweilen mit Einschlüssen tertiärer Tiere (etwa 50 Millionen Jahre alt). Es tritt in verschiedenen Färbungen auf, vom hellsten, durchsichtigen Gelb bis zum dunklen, milchigen Braun. Den Namen hat es vom mittelniederdeutschen bernen (brennen). In Palmnicken (russ.: Jantarnij), an der samländischen Küste des ehemaligen Nord-Ostpreußen, wird seit 1872 Bernstein im Tagebau (einmalig in der Welt) gefördert. 


Bernsteinküste

Du findest den Weg zurück zu mir,
nach Jahrmillionen erblickst Du wieder das Licht.
Das Meer wirft Dich sanft auf meinen weißen Strand,
die wärmenden Strahlen der Sonne lassen Dich erglühen
und entzünden das Feuer tief in meinem Herzen.
Du bist leicht wie eine Feder der Zugvögel über mir,
ich trage Dich auf Händen
und laß nie wieder Dunkelheit über Dich kommen.

Kosa Herung (1999)
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Bernsteintagebau Palmnicken



 
Empididae

Meriopoda

Thysanoptera

Platygastraidea

Pict. Inclus. : Dr. Irina Chubarenko : (Königsberg - 2000)



Kurische Nehrung:

Die Dünen von Pillkoppen am Kurischen Haff 


Vogelwarte Rossitten
Wendehals (Jynx torquilla)

Kurisches Haff in Rossitten

Allee zum deutschen Friedhof in Rossitten

Vor 80 Jahren Küsten - Segelflug über den Dünen der Kurischen Nehrung

Rossitten ist nicht nur durch seine Vogelwarte, sondern auch durch seine Segelflugschule weltberühmt geworden. Im Jahre 1924 fand hier der zweite Küsten - Segelflug -Wettbewerb statt.  Auf ihm stellte der gebürtige ostpreußische Segelflieger Ferdinand Schulz (1892 in Pissau - 1929 in Stuhm) mit seinem Flug über  8 Stunden und 42 Minuten einen Weltrekord auf.

Über den Dünen

. . . Lautlos gleite ich über Dir wie ein Vogel im Aufwind
Du hälst mich in Deinen Armen, ich bin gefangen vom Glück
Du trägst ein Kleid von goldbraunen Farben wie von Bernstein bedeckt
Deine Schönheit zeigst Du in liebreizenden Formen
ich kehre ganz sanft auf die Erde zurück . . .

Kosa Herung (1999)

750 Jahre Königsberg

1255 - 2005

200 Jahre nach Kant und Königin Luise von Preußen in Königsberg

Der deutsche PhilosophImmanuel Kant

22.04.1724 in Königsberg - 12.02.1804 in  Königsberg 


Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen
Als viertes von neun Kindern besuchte Immanuel Kant von 1732 bis 1740 das Collegium  Fridericianum in Königsberg. Von 1740 bis 1746 studierte er an der Königsberger Universität (gegründet am 20.07.1544); danach unterrichtete er als Hauslehrer (Hofmeister) bei verschiedenen Familien in Ostpreußen. Im Jahre 1754 kehrte Kant nach Königsberg zurück, promovierte, habilitierte.sich und nahm eine thematisch sehr breite Vorlesungstätigkeit auf: Logik, Metaphysik, Moralphilosophie, Mathematik, Physik, Geographie (die er als akademisches Lehrfach einführte), später auch Anthropologie, Pädagogik, Naturrecht, Theologie und Festungsbau. Im Jahre 1770 wurde ihm die Professur für Logik und Metaphysik übertragen und er wird 1788 Rektor der Universität. Die Lehrtätigkeit  stellte Kant 1796 ein und legte 1801 auch seine Senatorenstelle nieder. Zu seinen Werken zählt unter anderem  "Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen" (1764). Es entstand in seinem Sommerhaus in Moditten, das erhalten blieb. Kant hat nie die Grenzen Ostpreußens überschritten.

Zitat:

"Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben:
die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen."

Immanuel Kant (1781)


Cranz (russ.: Selenogradsk)

Königin Luise von Preußen

Hotel Königin Luise
10.03.1776-19.07.1810 Schloß Hohenzieritz

Luises Flucht vor Napoleon über die Kurische Nehrung Januar 1807

Es gibt ein Land, da das Schweigen Sprache ist, ein Land, das wie eine Brücke durch die Fluten des Lichts sich spannt, in dem die Berge wandern, aus dem es keine Rückkehr gibt. Du läßt dein Herz, wenn du einmal in die Tiefe seiner Einsamkeiten getaucht bist, dort und einen Teil deiner Seele. 
(Hansgeorg Buchhotz, um 1935)



















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Künstlerkolonie Nidden (litauisch: Nida)
Hans Hentschke (1935) Der Italienblick
Max Heilmann (1928) Tal des Schweigens
Kunsthaus Stade
Kunsthaus Stade
…die schmächtige, geschwungene Kiefer wirkt in ihrer Vereinzelung wie ein Attribut aus der Nidden-Ikonographie…

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Thomas Mann in Nidden 1930 - 1932
Nidden 1930: Katharina Hedwig (Katia) Mann geb. Pringsheim (1883-1980), ihre Eltern (Hedwig-1855-1942- und Alfred -1850-1941- Pringsheim), Thomas Mann (1875-1955),ganzlinks: Elisabeth Mann Borgese (1918-2002), Golo (Angelus Gottfried) Mann (1909-1994)
Thomas Mann Haus (Museum) 2009
(ehemaliges Arbeitszimmer: rechtes Gaubenfenster)
Thomas Mann
Chor der Kirche in Nidden
Orgel der Kirche in Nidden
Hermann Brachert (1890-1972) Rauschen
Hochmoor Groß Moosbruch Lauknen
Hermann Brachert (1940) Wasserträgerin
Sonnentau (Drossera rotundfolia)
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letzte Aktualisierung  05.02.2010
Kritiken, Vorschläge und Anregungen bitte per Mail an henning.baudler@uni-rostock.de