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Zoologie und Tierphysiologie in Rostock
Seit Gründung der Universität im Jahre 1419 las der jeweilige
professor medicinae auch die historia naturalis, je nach seinem
Fachgebiet mehr zoologisch, botanisch oder pharmazeutisch gefärbt.
Als erster Professor für Biologie (zoologia et botanica) kann
Ludolph Christian TREVIRANUS gelten, der 1812 berufen wurde. Im Jahre
1838 richtete dann Friedrich Hermann STANNIUS ein "Institut für Vergleichende
und Pathologische Anatomie und Physiologie" ein. Er wurde durch seine
Arbeiten zur Physiologie der endokrinen Drüsen (vor allem der Fische)
und zur Physiologie des Herzens weltberühmt. Durch die nach ihm als
"Stannius-Ligaturen" benannten Abbindungstechniken gelang es ihm, die
Regulation des Herzschlages durch die Erregungszentren am Herzen zu beschreiben.
Einer seiner Nachfolger auf dem Lehrstuhl für medizinische Physiologie
war (ab 1892) Oscar LANGENDORFF, der die Arbeiten zur Physiologie des
Herzens fortsetzte. Durch seine Entwicklung neuer Versuchstechniken gelang
es ihm, am isolierten, perfundierten Herzen Langzeit-Untersuchungen durchzuführen,
die nicht nur wesentliche wissenschaftliche Einblicke in die Herz- und
Kreislauf-Physiologie brachten, sondern auch helfen eine große Zahl
von Tierversuchen zu vermeiden.
Der Übergang von der Medizin zur Biologie wurde von Franz
Eilhard SCHULZE vollzogen, der zu seiner Zeit ein führender Zoologe
war und vor allem die Schwämme und Hydrozoen bearbeitete. Er erhielt
1871 ein eigenes "Institut für Zoologie und vergleichende Anatomie"
mit dem dann sein Nachfolger Hermann GRENACHER 1880 in das Gebäude
des ehemaligen Oberappellationsgerichts umzog, in dem sich seitdem das
Zoologische Institut befindet. Seit Gründung leiteten elf Direktoren
das Zoologische Institut, darunter Alexander GOETTE, Hans SPEMANN, Karl
v. FRISCH, Paul SCHULZE, Josef SPEK und Ludwig SPANNHOF.
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