Fachbereich Biowissenschaften - Institut für aquatische Ökologie

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Bewertung von Strandseen anhand submerser Makrophyten nach EU-WRRL

Kurzfassung:

Ziel dieses Projektes ist es, in Anlehnung an bestehende Verfahren, ökologische Qualitätskriterien für Strandseen festzulegen, die eine Bewertung dieser Gewässer nach den Vorgaben der Europäischen Wassserrahmenrichtlinie (WRRL) erlauben und gleichzeitig den Erfordernissen der FFH-Richtlinie (Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) gerecht werden. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt zunächst auf den Qualitätskomponenten Makrophyten und Phytoplankton.

Strandseen sind durch Abtrennung einer Meeresbucht (Nehrung) entstanden, wobei die Verbindung zur vorgelagerten Ostsee je nach Entwicklungsstufe und Wasserstand mehr oder weniger breit aber auch ganz geschlossen sein kann. Durch den geringen Wasseraustausch mit der Ostsee bzw. einen stärkeren landseitigen Süßwasserzufluss sind Strandseen häufig durch wechselnde Salzgehalte geprägt, die sich entscheidend auf die Zusammensetzung der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten auswirken.
An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins wurde die natürliche Entwässerung in vielen Fällen - weitgehend technisch - neu organisiert und durch Pumpwerke intensiviert. Überflutungen mit Salz- oder Brackwasser sind in diesen Fällen stark eingeschränkt oder ausgeschlossen. Die vorgelagerten Strandwälle, die eine große Bedeutung als Standort für Salzwiesen oder Brackwasserröhrichte haben, wurden durch Baumaßnahmen wie Deiche und technische Anlagen, aber auch durch zahlreiche Campingplätze stark verändert und überformt.
Die hohe ökologische bzw. naturschutzfachliche Bedeutung der Strandseen findet Ausdruck in der FFH-Richtlinie, die bestimmte Ausprägungen von Strandseen als FFH-Lebensraumtyp „Lagune“ unter prioritären Schutz stellt.

Für die Berichterstattung und das Monitoring zur WRRL und zur FFH-Richtlinie werden durch das Projekt Untersuchungsmethoden und Bewertungsverfahren für marin geprägte, stehende Gewässer erarbeitet. Um die Bewertung vornehmen zu können, sind zunächst Bewertungskriterien auszuwählen, mit deren Hilfe der Referenzzustand oder Referenzwert beschrieben und eine ökologische Klassifizierung erarbeitet werden kann. Im Anschluss daran soll eine Erprobung, mit der Möglichkeit vorhandene Datenlücken zu schließen, an den folgenden Strandseen (größer 50 ha) erfolgen:
Schwansener See, Hemmelmarker See, Windebyer Noor, Großer Binnensee, Sehlendorfer Binnensee, Neustädter Binnenwasser, Hemmelsdorfer See.