Meeresbiologie-Großpraktikum

Das Großpraktikum erstreckt sich über 2 Semester und dient zur abschliessenden Vermittlung von praktischen Kenntnissen über gängige Methoden der meeresbiologischen Forschung. Es wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) durchgeführt und ist in Themenblöcke unterteilt, für die jeweils Protokolle anzufertigen sind. Der letzte Block ist für sogenannte Semesterarbeiten reserviert, d.h. selbständige kleine Forschungsarbeiten der Studenten unter Verwendung der erlernten Methoden. Oftmals nutzen die Studenten diese Gelegenheit, um vor ihrer Diplomarbeit schon mögliche Themen und Arbeitsgruppen kennenzulernen, u.a. auch an externen Stellen wie z.B. dem AWI (Helgoland, Sylt, Bremen), MPI (Bremen) oder im Ausland. Ausserdem sind zwei Klausuren zu schreiben, die über den Erhalt der Teilnahmebescheinigung mitentscheiden.

 

Hinweise zur Anfertigung eines Protokolls

Ein Protokoll dient im wesentlichen dazu, die durchgeführten Experimente und Analysen so zu dokumentieren, dass sie auch zu einem späteren Zeitpunkt rekonstruiert werden können (zum Beispiel bei der Vorbereitung auf die Diplomprüfung). Es soll zu jedem Praktikumsteil bzw. Versuch ein Protokoll angefertigt werden, das ein möglichst einheitliches Schema haben sollte:

Einleitung: In der Einleitung wird der Kontext und die Relevanz des bearbeiteten Themas dargestellt. So wie in Publikationen meist an dieser Stelle mit einem Überblick über vorhandenes Literaturwissen begonnen wird, kann hier zunächst der Zusammenhang erläutert werden. Danach sollte auf die Fragestellung, Arbeitshypothesen oder Zielsetzungen des Versuches eingegangen werden. Ein Hinweis wie "siehe Praktikumsskript" reicht nicht aus! Was soll der Versuch zeigen, welche Fragen will er beantworten?

Methoden: Im Methodenteil sollen die verwendeten Methoden ausreichend dargestellt werden. Dabei soll nicht das Praktikumsskript abgeschrieben werden! Auch unnötige Details über etablierte Methoden oder Seriennummern der verwendeten Geräte sind nicht gemeint, jedoch müssen Abweichungen vom Üblichen, d.h. ungewöhnliche oder neue Verfahren nachvollziehbar erklärt werden. Ziel der Methodenbeschreibung ist es, die durchgeführte Arbeit - für einen selbst und für Kollegen (auch für Außenstehende) - nachvollziehbar zu gestalten (zum Beispiel Zeitpunkt der Probennahme, Anzahl der Parallelen, besondere Ereignisse etc.).

Ergebnisse: Im Ergebnisteil werden die gewonnenen Daten neutral und ohne Wertung vorgestellt. Dazu muss einerseits Textteil die wichtigsten Ergebnisse beschreiben und auf besonders interessante oder bedeutende Daten hinweisen. Andererseits bietet sich die Verwendung von Abbildungen und Tabellen an. Auf diese muss im Text ausdrücklich verwiesen werden (in der Form: Abb. 1; Tab. 1) und sie müssen eine selbständige Bildunterschrift (Tabellenüberschrift) erhalten, mit der das Bild (Tabelle) verständlich wird. Es sollte auch auf die Grenzen und Fehlerquellen der Methoden geachtet werden (kein Küchenthermometer gibt Temperaturen mit 5 Stellen an!). Übrigens sind auch „negative“ Ergebnisse wie z.B. das Fehlen einer Abhängigkeit zwischen zwei Faktoren nicht nur nicht zu unterschlagen, sondern sie können auch ebenso bedeutsam sein, wie ein „Trend um jeden Preis“ nichtssagend sein kann.

Diskussion: In der Diskussion werden die erzielten Daten nun mit Hilfe des eigenen Wissens bzw. in Gegenüberstellung mit Literaturdaten besprochen. Besonders unerwartete Ergebnisse müssen interpretiert werden. Hier muss daher auch überdacht werden, welche Fehler die verwendeten Methoden bzw. Vorgehensweisen bergen können. Mit der Diskussion soll am Ende auch die in der Einleitung gestellte Frage beantwortet werden.

Jede Gruppe des Grosspraktikums fertigt ein eigenes Protokoll an (bei Aufteilung innerhalb einer Gruppe bitte die Namen der für einzelne Protokollteile Verantwortlichen angeben)

 

Weitere Infos zum Studium finden Sie beim Studienbüro der Biowissenschaften:
http://www.biologie.uni-rostock.de/studium/index.html