Geräte auf See

Für die meeresbiologische Forschung auf See wird eine ganze Reihe von speziellen Geräten benötigt. Die Abteilung verfügt nicht über alle diese Geräte, sie kommen aber dennoch "auf hoher See" dank laufender Kooperationen mit anderen Instituten häufig zum Einsatz.

Temperatur und Salz TS / CTD

Bodenwasserschöpfer BWS

SAPS - Pumpe

UW Kamera

Großkastengreifer GKG

Multicorer MUC

van Veen Greifer

Planktonnetz

Schleppnetze

 

 

 

 

Temperatur und Salzgehalt TS / CTD

Wichtig für die Bestimmung von Wassertemperatur und Salzgehalt - und somit auch der Dichte - ist die Leitfähigkeitssonde. Sie berechnet den Salzgehalt anhand der elektrischen Leitfähigkeit des Umgebungswassers und mißt zugleich die Temperatur. Es gibt diese Sonde als handgeführtes Kleingerät, und für den Einsatz auf großen Schiffen als sogenannte CTD. Letztere mißt auch noch die Wassertiefe über einen Drucksensor (CTD = Conductivity, Temperature, Depth) und ist oft mit einem Kranz von Wasserschöpfern versehen, die über elektrische Signale von Bord aus in bestimmten Tiefen geschlossen werden können.

Links: Handsonde zur TS-Messung, rechts: CTD mit Schöpferkranz im im Einsatz

 

Bodenwasserschöpfer (BWS)

Für die gezielte Probennahme von Wasser aus der partikelhaltigen, bodennahem Trübezone wird der Bodenwasserschöpfer eingesetzt. Das Gerät wird am Boden abgesetzt und pumpt dann automatisch Wasser aus den untersten Zentimetern über dem Boden in 4 große Behälter.

Links + mitte: Einsatz auf See, rechts: Nahaufnahme der Wasserbehälter und Pumpen

 

SAPS-Pumpe

Zur in-situ Filtration auf See verfügt die Abteilung über eine SAPS-Pumpe (stand alone pump system). Dieses autonome System kann so vorprogrammiert werden, daß es zum gewünschten Zeitpunkt mit einer Leistung von bis zu 20 Litern pro Minute Wasser durch einen 30cm durchmessenden Filter pumpt. So können wertvolle Informationen über Schwebstoffe und deren Eigenschaften gewonnen werden (POC, PON, Lipide usw...).

Bild der Pumpe, für die Reise an Bord festgezurrt

 

Kabelgeführte Unterwasserkamera

Im küstennahen Bereich kann die kabelgeführte Kamera dazu eingesetzt werden, einen "schnellen Einblick" ins Wasser und auf den Meeresboden zu erhalten. So kann - speziell auf der Suche nach kleinskaligen Eigenschaften einer Probennahmestation - ein blindes Abtasten mit größeren Geräten (u.a. BWS, GKG, MUC oder van Veen Greifer) vermieden werden. Neben dieser Suche kann die Kamera natürlich auch direkt für Beobachtungen verwendet werden, soweit der Seegang dies erlaubt.

Links + mitte: Kabelkamera-system, rechts: UW-Bild aus der Mecklenburger Bucht

 

Großkastengreifer (GKG)

Um großflächige und tiefreichende Sedimentproben zu erhalten, wird der Großkastengreifer verwendet. Er besteht aus dem Stechkasten (20 bzw. 50cm Kantenlänge und 50cm tief), der am unteren Ende eines schweren Stempels befestigt wird. Nach dem Absetzen am Meeresboden drückt der Stempel den Kasten ins Sediment und die seitlich aufgestellte Scherfläche klinkt aus. Sie schwenkt beim Hochziehen unter den Kasten, den sie dadurch fest zudrückt und so die Sedimentprobe einschließt. Das Gerät wurde vor etwa 30 Jahren von Hessler und Jumars am Scripps Institute of Oceanography in Zusammenarbeit mit dem United States Naval Electronic Laboratory (USNEL) in San Diego entwickelt und eignet sich für eine Vielzahl verschiedener Sedimente.

Links: Einsatzbereiter GKG mit Kasten und seitlich aufgestellter Schere
Mitte: Zurück an Bord, die geschlossene Schere ist unter dem Kasten
Rechts: Seitenblick in einen aufgeschraubten Kasten mit Sedimentprobe

 

Multicorer (MUC)

Mit dem hydraulisch gedämpften Probenahmestempel des Multicorer werden nach Absetzen des Gerätes mehrere Steckrohre so langsam in das Sediment gedrückt, daß damit auch leicht erodierbare Schichten und empfindliche Organismen unbeschadet beprobt werden können. Wird das Gerät anschließend wieder hochgezogen, klappen beim Verlassen des Sediments Verschlußplatten über Federmechanismen unter die Stechrohre und verhindern dadurch einen Verlust der Proben.

Links: MUC beim Aussetzen, rechts: Nahaufnahme einer frischen Probe

 

Van Veen Greifer

Der van Veen Greifer dient zum Ausstechen von Bodenproben. Er wird im geöffneten Zustand von Bord gelassen, beim Aufsetzen auf dem Grund löst sich dann ein Haltemechanismus. Danach werden die beiden Schaufeln über lange Hebelarme durch den Zug auf dem Kabel wieder geschlossen und bringen das enthaltene Sediment mit. Dieses Gerät wird vielfach zu Monitoring-Zwecken verwendet und hat daher eine festgelegte Öffnung von 0.1 m2.

Van Veen Greifer im Einsatz auf dem Uni-Kutter GADUS

 

Planktonnetz

Wie es der Name schon ankündigt, werden mit diesem feinmaschigen Netz Planktonproben aus dem Wasser gesiebt und in einen Probenbehälter am Netzende geleitet. Bei einigen Modellen mit vorderem Verschlußdeckel läßt sich sogar gezielt eine bestimmte Wasserschicht beproben, und bei bekannter Schleppgeschwindigkeit ist auch eine quantitative Bestimmung der Planktondichte möglich.

Planktonnetz

 

Schleppnetz, Dredge, Baumkurre

Für das großflächige Sammeln von Benthosorganismen und Bodenfischen werden verschiedene Netze verwendet, wie z.B. die Kastendredge oder die Baumkurre.

Baumkurre beim Einholen auf FS ALKOR (Kiel)