Die Abteilung Meeresbiologie verfügt über einen 3m langen, rezirkulierenden Strömungskanal und zwei 64cm breite Ringkanäle.
Der große Strömungskanal wurde 1995 im Rahmen der Promotion von Dr. Barbara Springer im
GEOMAR Institut in Kiel erbaut. Er wurde für die Untersuchung der Wechselwirkungen
zwischen benthischen Organismen, der bodennahen Strömung und der Sedimentoberfläche
entwickelt. Diese sind in der Natur oft sehr komplex miteinander verwoben und in sich
variabel. Im Strömungskanal lassen sich die einzelnen Effekte jedoch gezielt simulieren
und studieren. Die Hauptrinne hat Plexiglaswände und ist 3m lang, 40cm breit und 40cm
tief. Der Rücklauf erfolgt über ein 20cm breites Rohr, in das eine Kühlung sowie der
Antriebspropeller eingebaut sind. Das System hat ein Fassungsvermögen von 360 Litern.
Je nach Wasserstand und Übersetzung am regelbaren Elektromotor lassen sich Strömungen
zwischen ca. 1cm/s und 20cm/s einstellen - in Ausnahmefällen sogar bis 60cm/s. Der
Rücklauf ist so konzipiert, daß er im Bereich der Testsektion seitlich am Kanal
vorbeiführt, und so Platz für die Montage von 3 Multicorer-Sedimentkernen läßt (vgl.
"Methoden: Geräte auf See"). So
lassen sich Sedimentproben direkt von unterhalb in die Kanalrinne einbringen. Wahlweise
kann aber auch ein Wanneneinsatz verwendet werden, um größere Mengen Sediment im Kanal
unterzubringen, z.B. für Experimente mit grabenden Tieren wie der Islandmuschel
Arctica islandica. Über der Kanalrinne ist ein Schienensystem angebracht, das
verschiedene Meßinstrumente aufnimmt und in die gewünschte Position bewegen kann. Die
zur Zeit eingesetzten Sensoren sind ein Akustik-Doppler Strömungssensor (NorTek ADV)
sowie ein Lasersystem zum Abtasten des Bodenreliefs. Die Positionierung und
Datenaufzeichnung sind computergesteuert und lassen sich programmieren.
Weitere Details zur Funktionsweise von ADV und Laserscanner
finden Sie auf einer Extraseite.
Links: Skizze des Strömungskanals, rechts: kombinierte Strömungsmessung
und Verhaltensbeobachtung bei Seepocken
Sp: Sensorpositionierung, Se: Strömungssensor, ReLa: Relieflaser, Ts: Testsektion, Sh:
Stechrohrhalterung
Mo: Motor, Pp: Propeller, Tr: Temperaturregulierung, Im: Isoliermaterial, G:
Strömungsgleichrichter
Im Rahmen des Projekts DYNAS wurden 2001 zwei Ringkanäle aus Plexiglas gebaut, um in einem vergleichsweise geringeren Wasservolumen gezielt die Veränderungen von Partikelkonzentration oder Chlorophyllgehalt aufgrund von Filtration oder Resuspension durch benthische Organismen messen zu können. Die Kanäle haben einen Außendurchmesser von 64cm und innen 40cm. Dazwischen befindet sich die eigentliche Kanalrinne mit einer Breite von 12cm und einer Grundfläche von ca. 0.2 Quadratmetern. Bei einer Sedimenthöhe von 10cm passen 66 Liter Wasser in jeden Kanal. Der Antrieb erfolgt durch einen von oben ins Wasser eingetauchten Plexiglasring, dessen Rotation (regelbarer 12V Elektromotor) das Wasser mitreißt. An der Seite sind pro Kanal 5 Probennahmeventile zur Entnahme von Wasserproben angebracht.
Ringkanal im Versuchsaufbau mit Sediment und Beobachtungskamera