Beta-Counter

Zur Messung von Betastrahlung steht dem Institut ein Risų GM-25-5 Beta-Multicounter zur Verfügung, welcher fünf Meßplätze für feste Proben von maximal 25mm Durchmesser und 8mm Höhe aufweist. Die im Gerät befindliche Detektorengruppe ist von einem 10cm dicken und 500kg schweren Bleimantel umgeben, welcher die eindringende natürliche Hintergrundstrahlung (Gammastrahlung) auf etwa 130cpm (counts per minute = Zählereignisse pro Minute) dämpft. Hintergrundstrahlung, die trotz der Abschirmung in die Detektoren gelangt, wird elektronisch kompensiert. Dazu befindet sich über den eigentlichen Probendetektoren ein sogenannter Guardcounter, welcher durch einen Kupfermantel vollständig gegen Alpha- und Betastrahlung isoliert ist. Wird ein Zählereignis gleichzeitig in einem Probendetektor und im Guardcounter registriert, so kann es demnach nur durch Gamma-, also Hintergrundstrahlung verursacht worden sein und wird durch eine Antikoinzidenzschaltung als nicht von der Probe stammend bewertet. Der Gerätehintergrund kann damit auf etwa 0,05cpm reduziert werden, so daß Probenmessungen im Low-Level-Bereich möglich sind.
Da der Betacounter, bedingt durch seine Bauweise und die teilweise Absorption von Betastrahlung in den Proben selbst, nur einen Teil der tatsächlichen Probenaktivität messen kann, muß im Idealfall für jede Probe die Zähleffizienz des Gerätes bestimmt werden, um die gemessene Aktivität in die reale Probenaktivität umzurechnen, zu deren Angabe dann die Einheit dpm (disintegrations per minute = Zerfallsereignisse pro Minute; 60dpm = 1Bequerel) benutzt wird.
Das Gerät wird hauptsächlich verwendet, um die Aktivität des natürlich vorkommenden Radionuklids 234-Thorium zu messen, welches aus Wasserproben extrahiert wird, um mit seiner Hilfe die Dynamik partikulären Materials im Meer nachzuvollziehen. Die Aktivitäten solcher Proben liegen typischerweise zwischen 0,1 und 5cpm, was einer realen Aktivität von 0,3 bis 15dpm entspricht. Zum Vergleich: ein Mensch nimmt mit jedem Kilogramm Nahrung etwa 5000dpm an natürlicher Radioaktivität auf und strahlt an seiner gesamten Hautoberfläche durchschnittlich 500000dpm ab.

Arbeitsfläche mit Betacounter (vorne) und Alphaspektrometer (hinten)